Geschichte

Kurzgeschichte des Verschönerungs- und Heimatvereins Hetjershausen

Am 28. Dezember 1972 trafen sich 11 Einwohner des Dorfes in der Gaststube des alten Gasthauses Krummacker und gründeten den Verschönerungsverein Hetjershausen. Wegen der bevorstehenden Eingemeindung in die Stadt Göttingen wollte man verschiedene Angelegenheiten , die die Dorfbewohner betrafen, selbst gestalten und regeln. So wurden und sind bis heute folgende Ziele in der Satzung des Vereins verankert:

 

Verschönerung und Erhaltung des Dorfes, Pflege des Heimatgedankens, Erstellung einer Ortschronik. Schwerpunkte seit Bestehen des Vereins waren:

 

Mitwirkung bei der Gestaltung des Kirch- und Thieplatzes, Renovierung des Klotzbrunnens (Wahrzeichen des Ortes), Wiederaufbau des Eikbornbrunnens, jährliche Aktion „Saubere Landschaft“, Pflanzungen in der Feldmark, Federführung bei der Ausrichtung der 1000-Jahrfeier im Jahre 1990, Mitveranstaltung von Konzerten in der Marienkirche.

 

Aber auch die geselligen Veranstaltungen sind ein wesentlicher Teil der Vereinstätigkeit. Das seit 1980 jährlich stattfindende Thiefest in Kooperation mit den anderen örtlichen Vereinen und Gruppen, die Dreschfeste, die Kartoffelfeste, die Frühjahrs- und Herbstwanderungen, die Besichtigung ortsnaher Institute und Formen sowie die mehrtägigen Kultur- und Weinfahrten.

Die im monatlichen Wechsel stattfindenden Mitgliederversammlungen und Klönabende finden im Vereinslokal „Gaststätte Krummacker“ statt.

 

Im Jahre 1986 hat der Verein eine Namenserweiterung und Satzungsänderung vorgenommen und nennt sich seitdem „Verschönerungs- und Heimatverein Hetjershausen e.V.“ (VHV). Damit kommen die in der Satzung verankerten Hauptziele, die Ortsverschönerung und die Heimatpflege, auch im Vereinsnamen zum Ausdruck.

 

Die Zahl der Mitglieder des Vereins nahm im Laufe der vergangenen Jahre stetig zu. Heute sind 129 Personen Mitglied des Vereins, darunter 47 Damen. Bei der Besetzung der Vorstandsämter konnte eine längerfristige Kontinuität erhalten werden. Als 1. Vorsitzende führten H.Westermann (1971 - 1976), H. Klapproth (1977 - 1980), Dr. H. Wildhagen (1981 - 1993), J. Petermann (1994 - 2007),W. Penz (2008 - 2013), J. Petermann (2014 bis dato) den Verein.

24. February 2019

Die historische Geschite von Hetjershause

Seit wann Hetjershausen kontinuierlich besiedelt ist, ist unbekannt. Die erste überlieferte schriftliche Erwähnung des Ortes Hetjershausen stammt aus einer Urkunde Ottos III. vom August des Jahres 990. Darin überlässt der König auf Veranlassung seiner Mutter, der Kaiserin Theophanu, dem Stift Gandersheim, in dem seine Schwester Kanonissin war, 60 Hufen Landes in verschiedenen Dörfern, darunter als südlichster und letztgenannter Ort Hatticheshuson. Zu dieser Zeit gab es also in Hetjershausen Reichsgut, von dem nach einer gefälschten Urkunde noch einmal im Jahre 1071 durch Heinrich IV. eine Schenkung an St. Valerius in Goslar erfolgte. Diese Besitzungen lassen sich möglicherweise dem Reichsgutkomplex in Grone zurechnen. In Hetjershausen besaßen im Hochmittelalter außerdem die Herren von Plesse Besitztümer als Allod. Erwähnungen in Urkunden des Klosters Mariengarten zeigen, dass auch dieses Kloster von der Mitte des 14. bis ins 16. Jahrhundert in Hetjershausen Besitz hatte.

Im 15. Jahrhundert waren die größten Höfe des Ortes im Besitz von Göttinger Bürgern, Hetjershausen gehörte zu dieser Zeit zum Amtsbezirk Harste. Im Zuge der Reformation trat der Ort 1536 zum evangelischen Glauben über.

Im Dreißigjährigen Krieg war das Dorf durch die Belagerungen von Göttingen schwer betroffen, einige Einwohner flüchteten nach Göttingen. 1626 wurde Hetjershausen mehrfach zu großen Teilen in Brand gesetzt. Im Jahre 1655 waren von den Hofstellen in Hetjershausen noch 13 bewohnte Häuser übrig, 16 waren Brandstellen. Hetjershausen erholte sich nur langsam, aus der Kopfsteuerliste des Amtes Harste von 1675 lässt sich eine Einwohnerzahl von 45 Personen ermitteln, davon waren 11 Kinder ab dem 12. Lebensjahr, und 14 Jahre später werden 89 Einwohner erwähnt, die „alle schlechter Condition“ seien. Der Siebenjährige Krieg brachte vor allem hohe wirtschaftliche Verluste und damit starke Verarmung durch Beschlagnahmungen von beweglichen Gütern und Lebens- und Futtermitteln sowie durch Kriegssteuern und Schuldeneintreibungen nach dem Krieg. Durch den Ausbau einer befestigten Poststraße von Göttingen nach Dransfeld in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Arbeitsplätze geschaffen und die westlich von Göttingen liegenden Dörfer erhielten eine bessere Verkehrsverbindung zur Stadt.

Nach der napoleonischen Eroberung 1807 gehörte Hetjershausen bis 1813 dem Département Leine des Königreichs Westphalen an und kam danach zum neu gegründeten Königreich Hannover. Durch eine neue Landeseinteilung wurde das Amt Harste aufgelöst, Hetjershausen kam 1822 zum Gericht Leineberg, dem späteren Amt Göttingen. Eine wesentliche Änderung ergab sich für die Landbevölkerung erst durch die Bauernbefreiung mit dem Erlass einer Ablösungsverordnung zur Aufhebung der grundherrlichen Lasten am 23. Juli 1833. In Hetjershausen wurde der Zehnt 1840 aufgehoben, die Ablösung erfolgte erst 1857. 1852 wurde die Landgemeinde-Ordnung im Königreich Hannover erlassen, nach der Hetjershausen einen Gemeindeausschuss aus 8 Personen erhielt. Von wirtschaftlicher Bedeutung für den Ort war der Bau der Eisenbahnstrecke nach Hann. Münden, die 1856 fertiggestellt wurde und in direkter Nachbarschaft des Ortes vorbeiführte. Viele Einwohner von Hetjershausen fanden Arbeit bei den Bauarbeiten.

Durch eine neue Kreisordnung wurden 1885 die Amtsbezirke aufgehoben und der Landkreis Göttingen gegründet.

Die Einwohnerzahl blieb seit der Mitte dies 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg mit einigen Schwankungen bei etwa 250 bis 280. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden etwa 180 Flüchtlinge und Vertriebene in Hetjershausen aufgenommen, die Einwohnerzahl sank danach langsam wieder ab. In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt wie Straßenbau, die Einrichtung einer Wasserversorgung 1952, einer Straßenbeleuchtung 1953 und der Ausbau der Kanalisation. Zum Beginn der 60er Jahre stieg die Bevölkerungszahl wieder an, und ab 1962 wurden die Neubaugebiete Schlehenring im Westen des Ortes und das nordwestlich vom Ort baulich getrennt liegende Baugebiet Hasenwinkel besiedelt. Gleichzeitig lösten sich viele der landwirtschaftlichen Betriebe auf, so dass sich Hetjershausen von einer landwirtschaftlich orientierten Dorfgemeinde zu einem vorwiegend dem Wohnen dienenden Ort für in Göttingen arbeitende Personen entwickelte. 1968 wurde zusammen mit Groß Ellershausen und Knutbühren eine neue Schule errichtet, die mit einem Sportgelände zwischen den Orten Hetjershausen und Groß Ellershausen liegt. Am 1. Januar 1973 wurde Hetjershausen in die Stadt Göttingen eingemeindet. Seit der Mitte der 90er Jahre ist wieder eine leichte Abnahme der Bevölkerung zu verzeichnen.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hetjershausen#cite_note-21

24. February 2019
Vereinsfahne des VHV-Hetjershausen e.V